Anita Fetz Medien Echo.  
2003 «Ich mag Pop lieber als klassische Musik»
Interview im Baslerstab vom 23. Januar 2003, von Helen Weiss

Anita Fetz von «Swiss Music Export»
«Ich mag Pop lieber als klassische Musik»
Eine Basler Politikerin unterstützt Schweizer Bands.
Anita Fetz, Sie sind Präsidentin des neu gegründeten Vereins «Swiss Music Export» (SME). Der Verein will Schweizer Bands der Bereiche Rock, Pop und Electronica im Ausland fördern.
SP-Nationalrätin Anita Fetz
exportiert Schweizer Musik.
Foto: mat.
Warum setzen gerade Sie sich für Schweizer Rockmusik ein?
Ich mag modernen Rock und Pop lieber als klassische Musik. Diese Sparte wird von Politik und Wirtschaft stark vernachlässigt, weshalb ich mich politisch für eine stärkere finanzielle Unterstützung einsetzen möchte. Mehrere europäische Länder investieren bereits stark in die eigene Rock- und Popmusik-Kultur. Vor allem England betreibt diese Art der Musikförderung sehr offensiv.
Ziel von SME ist es, die Exportbedingungen für Schweizer Künstler zu verbessern. Wie funktioniert die Selektion?
Wir werden versuchen, genau zu analysieren, welche Band sich für den Musikmarkt der jeweiligen Länder eignet. Dann geht es auch darum, die Musiker an grossen, internationalen Festivals gut zu positionieren und den Bands Kontakte mit entsprechenden Leuten der Branche zu verschaffen.
An welchen Konzerten von Schweizer Bands trifft man Sie denn an?
Ich äussere mich dazu nicht, denn mein Musikgeschmack ist nicht massgebend für die Auswahl der Musiker, die von SME unterstützt werden. Als Präsidentin habe ich keine operativen Aufgaben, sondern fördere den Kontakt und die Unterstützung in Wirtschaft und Politik.
Wie viele Bands dürfen jährlich von dem eher dürftigen Budget von 200 000 Franken profitieren?
Das ist sehr unterschiedlich. Da die Mittel gering sind, möchten wir sie lieber für wenige Musiker voll einsetzen, als allen ein bisschen zu geben. Eine meiner Aufgabe ist es, die finanziellen Mittel aufzustocken und wichtige Kontakte im Exportgeschäft zu schaffen.
Haben Schweizer Musiker auf dem weltweiten Markt überhaupt eine Chance?
Ich hoffe es natürlich und versuche Chancen zu schaffen. Die Qualität, die Power und die Initiative muss jedoch von den Musikern selbst kommen.
Sollten Schweizer Bands nicht eher im eigenen Land unterstützt werden?
Natürlich, das ist aber nicht die Aufgabe von SME. Zur Unterstützung in der Schweiz gehören banale Dinge, wie die Schaffung von Proberäumen und Auftrittsmöglichkeiten. Ich werde mich zudem politisch für mehr Schweizer Musik im Programm von Radio DRS einsetzen.
Helen Weiss